Donnerstag, es weht ein ordentlicher Wind der Stärke 5-6 aus Nord und die Sonne scheint. Anduril und ich wollen nach Süden Richtung Bornholm, genauer gesagt will ich zu den Erbseninseln, nach Christiansö und Frederiksö. Utklippan war der letzte schwedische Hafen auf diesem Törn und in diesem Jahr, die Erbseninseln gehören zu Bornholm und sind dänisch. Ich lege um 8:30 ab und setze, nachdem ich einen sicheren Abstand zu Utklppan und seinen vorgelagerten Felsen habe, die Genua. Zum Genanker ist es mir doch zu viel Wind und auch Schmetterling mit ausgebaumter Genua ist mir nicht so geheuer, ich bin schließlich alleine und wer weiß was der Autopilot so direkt vor dem Wind treibt.
Kalmar-Bornholm-Rügen - Utklippan
Mittwoch, es ist kalt, 7 Grad, aber die Sonne scheint und es wird hoffentlich wieder ein schöner Tag. Wind weht keiner, aber vielleicht kommt ja später noch etwas auf. Ich gebe das Fahrrad zurück und schreibe BLOG bei einer Tasse Kaffee. Heute soll es nach Utklippan gehen, dem felsigen, schwedischen Vorposten Richtung Bornholm.
Kalmar-Bornholm-Rügen - Grönhögen
Dienstag, der Sommer ist vorbei und es wird kalt. Die Wettervorhersage verspricht für die nächsten Tage Temperaturen bis maximal 16 Grad und nachts geht es runter auf 7 Grad. Heute Nacht hat es wieder geschüttet was das Zeug hält, aber jetzt hat es aufgehört und auch die Sonne kommt raus. Allerdings weht kaum Wind. Ich bin schon um 6 Uhr auf und nach Dusche, Kaffee und BLOG-Schreiben mache ich mich um 8 Uhr auf den Weg. Es ist sonnig, aber nur 13 Grad warm, heute morgen hatte ich die Heizung das erste mal wieder an. Ich lege alleine ab, irgendwie ungewohnt. Ich hatte jetzt 7 Wochen immer eine Crew, die das Leinenhantieren gemacht hat, aber jetzt bin ich wieder dran.
Kalmar Sund - Kalmar
Montag, die Sonne schaut zwischen einigen Wolken durch, es scheint wieder ein schöner Tag zu werden. Knut ist schon früh mit dem Packen fertig und statt dumm auf dem Boot zu warten, bis sein Zug geht, spazieren wir los und besichtigen das Kalmar Slott. Auch dies ist mehr Festung als Schoss und hat lange Zeit den wichtigen Verkehrsweg durch den Kalmarsund beherrscht.

Kalmar Sund - Kalmar
Sonntag, wieder schönes Wetter mit Sonne. Wir machen einen Spaziergang durch das Örtchen Borgholm. Es hat eine große Fußgängerzone mit vielen Läden, Restaurants und Cafés und einige sind schon geöffnet, obwohl es Sonntag, gerade mal 9 Uhr und außerhalb der Saison ist. Sehr ungewöhnlich. Wir gehen weiter zum Borgholmer Schloss, das heißt zur Schlossruine.

Kalmar Sund - Bla Jungfrun - Borgholm
Samstag, die Sonne scheint, der Wind weht aus Nord-Ost mit Windstärke 4. Da gestern durch das Fenster am Navigationsplatz einiges an Wasser rein gekommen ist, dichte ich auch dieses Fenster ab. An der Backbordseite hatte ist vor einiger Zeit schon das Fenster in der hinteren Kajüte und an der Pantry abgedichtet. An der Pantry hat es auch geholfen, in der Backbordkajüte leider nicht. Gesten durch den Regen sind alle Sachen von Knut, die im Schrank waren, klatschnass. Unser Boot sieht derzeit aus wie ein Wäschereischiff. Dann versuchen wir mal wieder die undichte Stelle zu orten, des Fenster kann es ja eigentlich nicht mehr sein.
Kalmar Sund - Byxelkrok
Freitag, im Laufe der Nacht hat es angefangen zu regnen, ziemlich heftig. Ich werde durch den Batterie-Alarm wach, die Akkus sind leer, da ich mal wieder vergessen haben, den Kühlschrank auszuschalten. Über Nacht zieht der etwa 100 Ah und bei einer Batteriekapazität von 280 Ah, d.h. nutzbaren 140 Ah bleibt nicht mehr viel für Computer, Salonbeleuchtung und Ankerlicht. Und Morgens ist dann eben alles leer und der Motor muss ran.
Kalmar Sund - Langö-Trässö.
Donnerstag, nach einer sehr ruhigen Nacht ist es genauso friedlich wie gestern Abend. Die Sonne scheint, aber zum Schwimmen ist mir das Wasser dann doch zu kalt mit 18 Grad, die ganze Zeit waren es meist 19,5 Grad, das ist ok. Ich laufe quer über die Insel etwa 30 Minuten weit zum eigentlichen Örtchen Harstena. Laut Revierführer steigt dort am Mittsomerabend die Mega-Schären-Party mit Folklore und ausgelassenem Treiben und die Yachten liegen dicht an dicht an den Stegen und Felsen. Aber Mittsommer ist lange vorbei und es liegt dort kein einziges Boot und ich treffe nur einen Bauern, der mit seinem Trecker an mir vorbeifährt.
Kalmar Sund - Harstena
Mittwoch, es ist regnerisch und kalt. Kein schöner Auftakt für der Vater und Sohn Törn mit Knut. Wir legen mit allen um 9:30 ab und bringen Anne, Freya und Raphael noch ein Stück Richtung Stadt. An einem reservierten Anleger setzen wir sie ab, sie fliegen zurück und wir starten Richtung Kalmar. Heute soll es zu einer Schäre namens Harstena gehen. Dort waren wir 2004 auf unserem Schwedentörn als nördlichsten Punkt. Weiter Richtung Stockholm sind wir damals nicht gekommen.
Schweden Ostküste - Nyköping
Dienstag, der letzte Tag für Anne, Freya und Raphael. Es sind nur noch 9 sm bis Nyköping und morgen geht der Flug von dort zurück nach Deutschland. Die Nacht war relativ heftig, mit Regengüssen und Windstärke 5 in der Bucht, aber der Anker hat gut gehalten.
Schweden Ostküste - Starrängsviken
Montag, die Sonne scheint ins Cockpit. Mein Plan geht auf, wir hatten sowohl gestern Abend Sonne im Cockpit als auch heute morgen. Wenn man am Felsen liegt hat man entweder Abends oder morgens Schatten. Ich beginne den Tag mit einer Runde Schwimmen ums Boot. Dann genießen wir die Bucht und nutzen unser Dinghi. Ein Stück weiter finden wir einen Unterwasserfelsen, der bis dicht unter die Wasseroberfläche reicht. Wenn man darauf steht, sieht es so aus als ob man auf dem Wasser gehen kann. Jesus lässt grüßen.

Schweden Ostküste - Fifang
Sonntag, der Himmel ist überwiegend bewölkt, auch wenn die Sonne durch die eine oder andere Wolkenloch scheint. Eigentlich wollten wir warten bis um 11 Uhr die Räucherei öffnet, aber dann ist die Mannschaft schon um halb 10 bereit und wir legen ab. Der Wind weht mit 5 Bft. Nach der Ausfahrt können wir segeln, zuerst mit halben Wind und dann ein Stück hoch am Wind. Dann geht der Kurs aber nach Westen, genau gegen an. Da das Fahrwasser recht schmal ist, geht’s mit Motorhilfe weiter.
Schweden Ostküste - Nynäshamn
Samstag, es ist alles ruhig und friedlich, trotz der vielen Boote. Es ist bewölkt, aber hin und wieder findet die Sonne einen Wolkenlücke. Es weht hier in der geschützten Bucht mit zwei Windstärken, das heißt draußen dürfte es etwas mehr sein. Aber immer noch aus Richtung Süd-West, d.h. daher wo wir heute hin wollen. Nach zwei Buchtnächten zieht es uns wieder in einen Hafen, es soll nach Nynäshamn gehen. Das ist nur 18 sm entfernt, aber wir werden vermutlich auch nicht vor 11 Uhr loskommen, wie üblich.
Schweden Ostküste - Ornö-Kolnäsviken
Freitag, ich stehe früh auf und schwimme ein bisschen. Danach nehme ich mir das Dinghi und rudere kreuz und quer über „unseren“ See. Auf allen anderen Booten ist noch Ruhe angesagt, sie schlafen anscheinend alle noch. Zurück gibt’s Kaffee im Cockpit und umherschauen. Das Wasser ist spiegelglatt, lediglich ein paar Vögel sorgen für ein wenig Gekräusel. Nach einer ganzen Weile rührt sich auf den anderen Booten etwas.
Schweden Ostküste - Säck-Kroholmen
Donnerstag, jetzt ist es wieder ganz ruhig, aber heute Nacht kam ganz plötzlich Wind auf, von fast Null auf gute 5 Windstärken. So hat es eine halbe Stunde geweht und dann war der Spuk wieder vorbei. Die Sonne scheint als wir uns um 11 Uhr auf den Weg machen. Zuerst 1 sm zurück nach Norden um eine Insel herum und dann können wir segeln. Direkt vor dem Wind als Schmetterling mit Bullenstander und ausgebaumter Genua.
Schweden Ostküste - Furusund
Mittwoch, wie angekündigt regnet es. Wir haben heute nur 20 sm vor uns und lassen es langsam angehen. Um 11 Uhr starten wir, Wind weht keiner. Wir tuckern langsam den Norrtälje-Fjord wieder hinaus. Das Wasser ist spiegelglatt und das einzige was stört ist unser Motorgeräusch. Ansonsten ist alles sehr friedlich und menschenleer. Leider regnet es immer mal wieder, es gibt aber auch trockne Phasen. Um 15 Uhr nähern wir uns Furusund.
Der Regen hat aufgehört und setzt erst Abends wieder leicht ein. Der Hafen ist auch recht leer, aber nicht ganz so wie in Norrtälje. Einige Boote aus Finnland liegen am Steg. Raphael fährt den Anleger, wie gestern Freya braucht er auch eine zweite Runde. Die Hafengebühr beträgt 220 SEK, ohne Strom. Recht happig. WLAN gibt es leider nicht. Nach einer Mittagsruhe spazieren Anne und ich durch den Ort und schauen uns die Windmühle, sowie die 500 Jahre alte Kompassrose an, die in einen Felsen gehauen wurde. Abends macht Anne leckere Chili-con-Carne.
Schweden Ostküste - Norrtälje
Dienstag, es ist bedeckt und nachdem ich um 7 Uhr aufgestanden bin, fängt es auch noch an zu regnen. Allerdings nur ein kurzer Schauer und angesagt war eigentlich kein Regen. Wir werden sehen. Es geht heute nach Norrtäjle, das sind 35 sm. Der Ort Norrtälje ist eine Empfehlung sowohl vom Revierführer als auch von Gustav, die ich Helgoland getroffen hatte. Es soll ein sehr nettes Städtchen sein, wir sind gespannt. Aber erst mal ist BLOG schreiben und Kaffeetrinken angesagt, die restliche Mannschaft schläft noch tief und fest. Um 9 Uhr lege ich ab und hole den Heckanker ein, die anderen schlafen noch.
Schweden Ostküste - Alön
Montag, die Sonne scheint mal wieder und es verspricht ein schöner Tag zu werden. Allerdings sagt die Vorhersage gute 5 Bft. Wind an, eher 6 Bft. Mal sehen wie es kommt. Wir haben genug von der Großstadt, es zieht und wieder in die Schären. Aber erst mal müssen wir einkaufen gehen und ich will sehen, ob ich an Bargeld komme. Einkaufen klappt, auch wenn der Supermarkt ziemlich klein ist und eher die Bezeichnung Lebensmitteladen als Supermarkt verdient. Auch an Bargeld komme ich und das ist auch gut so, den der Laden nimmt keine Karten.
Schweden Ostküste - Stockholm
Sonntag, der Himmel ist bedeckt und der Wetterbericht sagt, die Sonne kommt heute nicht raus. Nach gestern ist es zwar angenehm, dass die Sonne nicht so knallt, aber ein wenig blauen Himmel hätten wir schon ganz gerne. Nun ja, es ist nie recht. Um 11 Uhr gehen wir Richtung Altstadt, Gamla Stan. Zuerst am Wasser entlang und dann in die Drottninggatan, die Königinstraße.
Schweden Ostküste - Stockholm
Samstag, es wird offensichtlich ein schöner Tag. Wir starten um 9:30, also recht früh, zuerst durch die Schleuse des Södertälje Kanals. Danach geht es durch eine Brücke, die laut Karte 15 m hoch ist. Unser Mast ist 15,5 m d.h. falls die Angabe 15m noch etwas Luft enthält könnte es passen. ich habe keine Lust 30 Minuten bis zur nächsten Öffnung der Brücke zu warten, also probieren wir, ob es passt.

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